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Umwelt / Ried-Rundwege
Ried-Rundwege

   
  
In den Jahren 2000 und 2001 wurden im „Natur und Landschafts-schutzgebiet Booser-Musbacher Ried“ vier Rundwandermöglichkeiten von 2,2 km bis 5 km Länge geschaffen. Die Stadt Bad Saulgau, die Ortsverwaltungen Hochberg und Lampertsweiler sowie Landwirtschaft und Naturschutz setzten ihr gemeinsames Konzept um. Im Jahre 2005 kam ein fünfter Riedrundweg über die Gemarkungen Hochberg, Lampertsweiler und Boos. Die Stadt Bad Saulgau und Bürgermeister Roland Haug (Ebersbach-Musbach) eröffneten Ende 2005 die gemeindeübergreifende Rundwandermöglichkeit. Viele Gäste
und Bürger erfreuen sich täglich an dieser einzigartigen Landschaft.

Karte Riedrundwege

Gestaltung: Frey

Riedrundweg 1 = 3,0 km lang
Riedrundweg 2 = 3,5 km lang
Riedrundweg 3 = 5,0 km lang
Riedrundweg 4 = 2,2 km lang
5
Riedrundweg 5 = 2,2 km lang

Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Booser-Musbacher Ried” umfasst insgesamt eine Größe von ca. 343 Hektar (96,5 ha Natur-schutzgebiet, 246,5 ha Landschaftsschutzgebiet) und wurde 1991 unter Schutz gestellt. Rund die Hälfte des Schutzgebietes liegt im
Bad Saulgauer Gemeindegebiet. Es ist eines der schönsten Nah-erholungsgebiete in unserem Raum.

Das Schutzgebiet ist ein von der Riß- und Würmeiszeit geprägter Hochmoorbereich, der bis Mitte des letzten Jahrhunderts großteils abgetorft wurde. Der Gletscher der Würmeiszeit bahnte sich seinen Weg durch das Rheintal bis nach Lampertsweiler, wo er seine vor sich hergeschobene Gesteinsmasse als Endmoräne ablagerte. Die Landes-straße L 285, die an Lampertsweiler Richtung Boos vorbeiführt, führt genau durch das ehemalige Gletschertor, das das Gletscher-schmelzwasser abfließen ließ.

Das Ganze geschah vor etwa 15.000 bis 12.000 Jahren. Der Gletscher hinterließ nach dem Einsetzen der Wärmeperiode End-, Grund- und Seitenmoränen, die heute bei uns zum Teil als Erhebungen in der Landschaft zu sehen sind. Das Gesteinsmaterial kommt überwiegend aus den Schweizer Bergen und ist durch den langen Transportweg hauptsächlich zu Kies zermahlen worden. Der vom Schmelzwasser gebildete See hielt sich noch bis vor wenigen hundert Jahren im Bereich des Booser-Musbacher Riedes. Ein Rest ist heute noch in Form des kleinen Booser Sees vorhanden.

Pioniergehölze und Staudenvegetation sorgten dann für die Verlan-dung der ehemals großen Seen und bildeten durch Zersetzungs-prozesse, zusammen mit einer bestimmten Moosart (Sphagnum) über das Stadium des Niedermoores das Hochmoor.
Ein Hochmoor wird nicht vom Grundwasser, sondern vom Regen-wasser gespeist. Umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen er-möglichten dann einen zum Teil bis zu drei Meter mächtigen Torf-abbau. Der Torf wurde überwiegend zum Heizen von Lokomotiven oder des eigenen Ofens verwendet. Die Torfstiche wurden mit dem oberen Abraum wieder auf ein etwas höheres Niveau aufgefüllt und anschließend, wenn ausreichend entwässert wurde, landwirtschaftlich genutzt. Auf den feuchteren Flächen steht heute zum großen Teil Bruchwald aus Weiden, Faulbäumen, Erlen und Krautvegetation.

Da auf den Gemarkungen Hochberg und Lampertsweiler noch keine Riedrundwege existierten und wir den Erholungssuchenden diesen landschaftlich einmaligen Teil unseres Gemeindegebietes nicht vorent-halten möchten, haben wir uns entschlossen, im Frühjahr und Sommer 2000 ein gut begehbares Wegesystem mit vier Rundwandermöglich-keiten zu schaffen. Dafür wurden ausschließlich vorhandene Graswege oder Rückewege benutzt. Im Jahre 2005 wurde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ebersbach-Musbach ein fünfter Riedrundweg auf den Gemarkungen Hochberg, Lampertsweiler und Boos ausgewiesen. Entlang dieses Wegesystems wurden mehr als 100 standortgerechte Laubbäume (Erlen und Moorbirken) gepflanzt.

Wir danken der Landwirtschaft, dem Naturschutz, der Forstwirtschaft, den Sponsoren und allen Mitstreitern, denn nur mit deren Hilfe konnte dieses Projekt umgesetzt werden.

Bild Riedrundwanderung   Riedrundwanderung Gönner

Wandertag der Schwäbischen Zeitung mit Umweltministerin
Tanja Gönner am 6. Mai 2006
      Fotos: Lehenherr (links), SZ (rechts)

Mehr als 200 Wanderfreunde, darunter auch Umweltministerin Tanja Gönner, städtische Vertreter und der Ebersbacher Bürgermeister Roland Haug wollten beim SZ-Wandertag auf den Riedrundwegen das Booser-Musbacher Ried kennen lernen. Die Ortsvorsteher Josef Reiser (Hochberg), Jürgen Thomma (Lampertsweiler) und der städtische Umweltbeauftragte Thomas Lehenherr (im Bild v.l.n.r. mit Umweltministerin Tanja Gönner) führten und informierten auf drei verschiedenen Wanderrouten über das Ried, die Dorf- und Landschaftsentwicklung. Tanja Gönner war begeistert von der Veranstaltung und sprach danach von einem wunderschönen und informativen Wandernachmittag. Man hätte sehr schön sehen können, was wo gemacht und sehr gut gelöst wurde. Die Hochberger Firmgruppe und der "Förderverein Mehrzweckgebäude" sorgten anschließend im alten Schulgebäude für das leibliche Wohl. Ministerin und Wanderer hielten sich dort noch lange auf, plauderten und fachsimpelten über's schöne Ried.

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